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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Schwafelforum
Hexman64 Offline

Member

Beiträge: 124

24.11.2009 15:38
Motoröl-Viskosität - ist höher wirklich besser? antworten

Hallo,

es hätte vielleicht auch zu 'Technik' gepasst, aber meine Ausführungen haben schon mal was 'schwafelhaftes' an sich.

Weil der Louis bei uns grad 4 Liter Castrol 10W-40 um 35,- hat und die Ducati meiner Frau regelmäßig Öl braucht, hab ich mich mit dem Thema Motoröl mal auseinandergesetzt, komme aber zu keinem eindeutigen Schluß.
Das Thema 'Mischen' kann man heutzutage wohl abhaken, ich zitiere Wikipedia: "Motorenöle, welche die API-Spezifikation erfüllen, müssen aber untereinander mischbar sein, die Qualität muss dann immer noch der des schlechtesten enthaltenen Öles entsprechen." (gilt auch für mineralisch+synthetisch, Artikel: 'Schmieröl').

Bei der Viskosität (zB SAE 10W-40) herrscht unter Mechanikern die Meinung, daß man zB ein 10W-50 bei höheren Außentemperaturen fahren kann als ein 10W-40. Will man das Fahrzeug auch bei Minusgraden betreiben (starten), wird zum 5W-xx oder 0W-xx geraten.
Wenn das so stimmt, dann würde man sich sein Motoröl also eher nach dem lokalen Klima aussuchen (zB 10W-40, wenn man weder bei Eiseskälte noch in die Wüste fährt), und am Wenigsten nach der Betriebsanleitung.

Stutzig geworden bin ich, weil sich meine Wassertemperaturanzeige eigentlich immer bei 83°C einpendelt. Im Stand schaltet sich bei 104° der Ventilator ein und kühlt den Motor wieder runter. Das verhält sich bei Kälte eigentlich genauso wie im Hochsommer. Deshalb müsste es dem Motoröl, das vermutlich auch in einem ähnlichen Temperaturbereich gehalten wird, eigentlich völlig egal sein, ob's draußen Sommer oder Winter ist - zumindest was den zweiten Wert bei der Viskosität angeht. Beim Starten bei -15°C könnte ich mir schon einreden lassen, daß das Motoröl anderen Anforderungen entsprechen muß, aber einen heißen Motor fahre und starte ich zu jeder Jahreszeit und bei jeder Außentemperatur mit zB 83°C.
Bei Wikipedia (Artikel 'Motoröl', nicht 'Schmieröl') ist jetzt die Rede von 'Niedrigtemperatur-Viskosität' und 'Hochtemperatur-Viskosität', wonach nach meinem Verständnis zB ein 10W-50 bei hoher Temperatur - und ich gehe hier mal von um die 100°C aus - andere Eigenschaften hat als ein 10W-40. Das 10W-50 ist also bei 100°, oder sagen wir bei 83° vielleicht noch zähflüssiger und schmiert vielleicht schlechter als ein 10W-40.
Wenn das stimmt, dann wäre das vom Mechaniker für den Hochsommer empfohlene 10W-50 eigentlich noch schlechter als das 10W-40 das in der Betriebsanleitung empfohlen wird, weil die Schmiereigenschaften beim Fahren ja nicht von der Außen-, sondern von der Motor(öl)temperatur abhängen.
Ich stell mir vor, daß der Konstrukteur eines Motors festgestellt hat, daß der im Betrieb immer um die 90°C hat, wusste, welche Viskosität die verwendeten Lager vom Motoröl fordern, und hat aus diesen Werten ermittelt, daß nur ein 10W-40 bei der Temperatur nicht zu zäh und nicht zu flüssig ist. Wenn jetzt einer im Sommer ein 10W-50 verwendet, schadet er den Lagern doch nur, oder?

So. Hält man sich also jetzt an diese Tabellen, in denen höhere Außentemperaturbereiche für Motoröle mit höherer Viskositäts-Angabe stehen, oder kauft man lieber das, was in der Betriebsanleitung steht, und nur bei geplanten Starts bei Minusgraden was anderes?

Und was noch wichtiger ist: Hab ich recht oder der Mechaniker

--------------------Das ist übrigens die Signatur-----------------------
1.0i 16V

Olaschir Offline

Prediger


Beiträge: 1.959

25.11.2009 10:03
#2 RE: Motoröl-Viskosität - ist höher wirklich besser? antworten

In Antwort auf:
Das 10W-50 ist also bei 100°, oder sagen wir bei 83° vielleicht noch zähflüssiger und schmiert vielleicht schlechter als ein 10W-40.


das 50er sollte einen funktionsfähigen Schmierfilm auch bei höheren Temperaturen aufrecht halten können, als das 40er.
Ob es dann bei 83° ÖLTEMPERATUR zähflüssiger ist als ein 40er, k.A.
schmiert *vielleicht* schlechter (was ich nicht denke), aber sollte das Schmieren sicherer tun (ohne Abreißen des Ölfilm oder so).



Hatte mal n Ölthermo am Mopped. war bei knapp über
10° Außentemp bei 60°, bei
30° Außentemp bei 80...90° Öltemp.

Allerdings gemessen in der Ölwanne - das Öl wird im Motorkreislauf ja bestimmt unterschiedlichsten Temperaturen ausgesetzt (denke gerade daran, das teilweise Öl an Kolbenböden gespritzt wird)

Ich denke, das wichtigste ist den Motor warm fahren bevor er ordentlich gedreht wird, damit das Öl an alle Stellen rankommt.
Und immer ausreichend Öl im Motor zu haben.

guck mal
http://www.castrol.com/liveassets/bp_int...a/ABC_Aug07.pdf
S. 17

.
Olaschir
3 viertel von 4 - das reicht mir - eigentlich...
(H)äufig(O)hne(N)ennenswerte(D)efekte(A)ngekommen.
CBR900 SC44 : _______|_______GSXR750 K1:
Autoteile bei: http://www.fahrzeugteile-geiz.de

Rainer Offline

Prediger


Beiträge: 2.432

25.11.2009 12:05
#3 RE: Motoröl-Viskosität - ist höher wirklich besser? antworten

Moin,

natürlich schmiert ein 10W-50 auch bei niedrigeren Temperaturen genauso gut wie ein 10W-40. Es ist lediglich bei höheren Temperaturen scherfester.
Auch bei zu hohen Öltemperaturen bei hochverdichteten Motoren, bzw. im Rennstreckenbetrieb, machen 50er bzw 60er Öle Sinn.

Für das Geld was Castrol kostet, bekommste übrigens auch ein "richtiges" Öl
Castrol muss ja schliesslich seinen enormen Werbeetat auf die UVP umschlagen.
Fuchs, Motul, Elf, Bel Ray, etc. bieten da m.E. mehr für´s Geld.


ps:
Vorsicht! Subjektive Meinung des Autors

Grüße

Rainer

---- http://www.motorrad-rawe.de ----
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Ahnungslosigkeit ist die Objektivität der schlichten Gemüter.
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Hexman64 Offline

Member

Beiträge: 124

26.11.2009 10:26
#4 RE: Motoröl-Viskosität - ist höher wirklich besser? antworten

Sehr gut, ich glaube, da müssen wir nicht weiter in die Tiefe gehen.
Wir wissen also:
* Motoröl wird nicht aus der Erde gepumpt und direkt in Flaschen abgefüllt
* Motoröl wird nach seinen Eigenschaften bei Außentemperatur bis Motor-Betriebstemperatur klassifiziert (zweiter Wert für 100° bzw 150°).
* Diverse Tabellen geben also sommerliche Außentemperaturen an, weil (wie Olaschir durch Messung belegt) die Öltemperatur doch mit der Umgebungstemperatur steigt und man den Anstieg wohl verallgemeinern kann.
* 10W-50 müsste in jedem Fall (bei hohen Temperaturen) 'sicherer' und bei normalen Temperaturen etwa gleich gut schmieren wie 10W-40 (solange es einen Schmierfilm gibt, schmiert's).

* Öl kauft man lieber abhängig vom Klima (oder bei Rennbetrieb nach der zu erwartenden Öltemperatur) und
* der Mechaniker hatte recht, also wird der Vorfall totgeschwiegen.

Danke für die Antworten!

--------------------Das ist übrigens die Signatur-----------------------
1.0i 16V

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